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WEGEN KRANKEM MANN WIEDER WILLKOMMEN


Während eines mehrtägigen Einsatzes auf dem Bemaraha-Plateau in Madagaskar waren wir im Dorf Befosa nicht mehr willkommen. Somit flogen wir gleich weiter zum nächsten Dorf. Diese Ablehnung beschäftige uns jedoch sehr, hatten wir in die Menschen von Befosa in den vergangenen Jahren viel an Hilfeleistung und in Ausbildung investiert.


Bei einem späteren Besuch im benachbarten Dorf Bereketa erreichte uns eine Nachricht aus Befosa. Ein schwerkranker Mann bedürfe eines Arztes. Ob wir nicht kommen könnten. Da es schon am Eindunkeln war, versprachen wir, am nächsten Morgen zu kommen. Ich ging zum Heli, um die Ausrüstung für den Kinoabend unter freiem Himmel zu holen. Um keine Mücken anzulocken, verwendete ich kein Licht. Da plötzlich höre ich im Dunkeln ein Rascheln. Im Licht meiner Taschenlampe sah ich eine schwarze Schlange! Ich mag diese Tiere überhaupt nicht und dankte dem Dorfbewohner, der sie für mich ins hohe Gras beförderte.


Bei unserer Ankunft in Befosa am nächsten Morgen wurden wir dieses Mal freudig empfangen. Dr. Justin kümmerte sich sofort um den kranken Mann. Er konnte ihn mit Medikamenten für den zweitägigen Transport mit Trägern ins Spital stabilisieren, da wir ihn mit dem Heli nicht mitnehmen konnten. Danach folgte die Erklärung, warum wir beim letzten Besuch nicht mehr erwünscht waren. Weil wir ihr Dorf Covid bedingt länger nicht mehr besucht haben, wandten sie sich wieder der «Grigri» (Zauberei) zu. Jedoch konnte «Grigri» dem kranken Mann nicht helfen, und so haben sie sich wieder an uns gewandt. Sie möchten auch mehr über den Glauben hören. Wir freuten uns als Team, dass sich dieses Dorf neu entschieden hat, uns in Zukunft wieder willkommen zu heissen.


Während der Vorflugkontrolle trat ich abermals fast auf eine Schlange. Auch wenn es auf Madagaskar keine giftigen Schlangen geben soll, kann ich diese Tiere nicht ausstehen.


Nick, Pilot




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