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Vor 20 Jahren in Papua - Wie alles begann


Das Wetterphänomen El Niño hatte nebst anderen Ländern auch in Papua, der östlichsten Provinz Indonesiens (damals als Irian Jaya bekannt), im Jahr 1997/1998 grosse Not gebracht. Diese Insel ist das unberührteste Urwaldgebiet im asiatischen Pazifik. Auf einer rund 9mal so grossen Fläche wie die Schweiz leben zur Zeit rund 3,2 Millionen Menschen, zum Teil wie im Steinzeitalter mit kannibalischen Bräuchen. Man zählt in Papua über 250 Sprachen, ein Zündstoff für Dauerkonflikte. Es gibt Dörfer, einen Tagesmarsch voneinander entfernt, die nicht miteinander reden können. Da sprechen oft nur die Waffen.

 

Die Westküste besteht aus einem riesigen Tropenurwald mit Sümpfen. Im Zentrum der Insel ragen Berge bis zu 5431m steil aus der Tiefe. Sie sind bis auf 3000m hinauf bewaldet und bewohnt. Süsskartoffeln sind die Hauptnahrung der Bewohner. Daneben leben sie von Früchten und Nüssen der Bäume. Die Dürre im Jahr 1997 liess ihr sonst vom üppigen Tropenregen bewässertes Ackerland vertrocknen und die Bergbäche versiegen. Es blieben nur noch verseuchte Tümpel zurück. Dieses schlechte Wasser verursachte schwere Krankheiten und war die häufigste Todesursache der Einwohner, die ohnehin durch Unterernährung geschwächt waren.

 

Die klimatische Verschiebung hatte Kältewellen über das Bergland geschickt und Bäume waren erfroren, die sonst Nahrung und Schutz boten. Beim Überfliegen sah es aus wie bei uns im Winter. Menschen in diesen äusserst schwer zugänglichen Gebieten konnten nur per Helikopter mit Nahrung, Medikamenten und sonstiger Hilfe versorgt werden.

 

Die Regierung bat uns im Januar 1998 um dringend nötige Helikopterhilfe. Ernst Tanner besuchte das Land, den Vize-Gouverneur und verschiedene Ämter, um einen Einsatz zu planen. Mit MAF konnte er einen Reistransport in hochgelegene Gebiete miterleben. Von dort musste das Material per Helikopter verteilt werden. Wir erfreuten uns einer guten Zusammenarbeit und ihre Piloten vor Ort waren uns bei den Verhandlungen eine grosse Hilfe. Viele Tonnen Nahrungsmittel und Medikamente wurden damals in Zusammenarbeit mit der australischen Regierung, Médecins sans Frontières und MAF zu den Bedürften gebracht.

 

Seit dann haben wir in Wamena, im Hochland von Papua, eine permanente Basis aufgebaut und helfen in verschiedenen Bereichen der Not von der Bevölkerung. Viele medizinische Evakuationen haben in diesen 20 Jahren unzähligen Menschen das Leben gerettet.

 

erfrorener Urwald
erfrorener Urwald
Ernst Tanner mit Vize-Gouverneur
Ernst Tanner mit Vize-Gouverneur
Zusammenarbeit mit MAF
Zusammenarbeit mit MAF