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Wenn Jäger zu Gejagten werden

Am späteren Morgen erreichte uns ein Notruf aus Seniblu im Yahukimo Gebiet. Eine Frau sei von einem Wildschwein attackiert worden und brauche medizinische Hilfe. Da sich das Wetter zu diesem Zeitpunkt bereits verschlechtert hatte, entschied ich mich, den Flug auf den nächsten Morgen zu verschieben.

 

Um 06.12 Uhr am folgenden Tag startete ich mit PK-HCY, einem unserer AS-350 Ecureuil Helikopter, zum rund 30minütigen Flug. Das Wetter war ausgezeichnet und die Bedingungen konnten nicht besser sein. Ich nutzte die Gelegenheit für den Rücktransport eines anderen Patienten in ein nahegelegenes Dorf namens Sindama. Ich liess die Passagiere aussteigen ohne das Triebwerk abzustellen und machte mich gleich auf den Weg nach Seniblu. Dort warteten die Patientin Gamse und ihre Begleiter bereits auf mich. Gamse, die in einer Wolldecke eingewickelt war, wurde in den Heli gehoben, anschliessend verlud ich das Gepäck.

 

Jäger verfolgten ein Wildschein und Gamse kam dazwischen. Sie war einfach zur falschen Zeit am falschen Ort und nicht mal richtig in der Jagd involviert. Sie tat mir sehr leid. Wie schnell kann es doch gehen und man wird vom Jäger zum Gejagten oder ein unschuldiges Opfer.

 

Gamses Heilungschancen waren sehr hoch, da die Wunden noch nicht entzündet waren. Ohne die Hilfe von «Oben» hätte es aber auch ganz anders kommen können. Mir liegen solche Flüge sehr am Herzen, Menschen in Not zu helfen - sind sie doch eine ausgezeichnete Chance, im Dienst der Nächstenliebe zu handeln.

 

Pilot Micha

 

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gebrochener Zeigefinger durch Wildschweinbiss
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Bisswunden an den Beinen
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Gamse mit Begleiter im Helikopter

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