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Bittere Medikamente «versüssen» das Leben

  • 11. Juni
  • 1 Min. Lesezeit


Ich besuchte kürzlich im Rahmen eines Missionseinsatzes die zwei Buschdörfer Salemo und Towoluk. Die abenteuerliche Reise führte grösstenteils über unbefestigte Strassen und improvisierte Holzbrücken, durch die wunderschöne Natur Papuas. Doch die Schönheit der Landschaft wurde schnell von einer ernüchternden Realität überschattet: Viele Dorfbewohner litten unter quälender Krätze und schmerzhaften Würmern.


Die dringend benötigten medizinischen Mittel fehlten jedoch gänzlich. Aus diesem Grund brachten wir Entwurmungstabletten, Schmerzmittel und Salben zur Behandlung der Krankheiten mit. Die Dorfbewohner, vom Dorfältesten versammelt, nahmen die bittere Medizin tapfer ein. Beim Anblick der willkommenen Geschenke wie Kaffee, Zucker und anderen Leckereien aus Wamena, war die Wurmmedizin schnell wieder vergessen.


Für mich war der Besuch in den Buschdörfern ein lehrreiches und ermutigendes Erlebnis. Ich durfte Neues aus der Stammeskultur erfahren und erhielt Einblick in das beeindruckende Handwerk der Einheimischen. Ihre Fähigkeit, aus Pflanzen und Wurzeln kunstvolle Körbe und die traditionellen Noken-Taschen zu flechten, ist bewundernswert. Zum Abschied wurden wir als Team nicht nur mit grosser Dankbarkeit verabschiedet, sondern auch mit einem ganz besonderen Geschenk: einem Korb frisch geernteter Avocados.


Franziska



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