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Wir wollen kein Geld!

(Fortsetzung von Wir wollen die Fremden! vom 04.07.2018)

 

Im April besuchten wir nochmals das abgelegene Stammesgebiet in Westpapua. Nach der grossen Diskussion vor einem Monat entschieden die Stammesleute, dass das Team, das in ihrem Stammesgebiet leben möchte, ihre Station in Mialago (Name geändert) aufbauen sollte. Die Menschen vor Ort waren begeistert.

 

Unser Pilot suchte einen geeigneten Landeplatz für den Heli, möglichst nah an der künftigen Station. Sobald er den lokalen Männern den Platz zeigte, fingen sie mit Roden an. Als er mit einer Aussenlast-Ladung mit Treibstofffässern für die Motorsägen ankam, war der neue Heli-Landeplatz schon fast fertig. Der Pilot flog weitere Werkzeuge und Ausrüstung sowie zwei lokale Bauarbeiter ein, die es verstanden, mit Motorsägen Balken und Bretter herzustellen. All dieses Material und die Arbeiter flog MAF von der Küste zur am nächsten gelegenen Landepiste. Die Erstellung jener Landebahn für Flächenflieger hatte über acht Jahre gedauert.

 

Am nächsten Tag führte unser Pilot weitere Versorgungsflüge nach Mialago durch. Als er zehn Tage später die Männer vom Team dort wieder abholte, stand bereits ein kleiner Schuppen. Die Leute vor Ort waren sehr hilfsbereit. Das Team wollte die Helfer für ihre Arbeit entschädigen und fragte sie, was sie ihnen bezahlen könnten. Die Antwort lautete: «Nein, wir wollen kein Geld! Aber könntest du den Heli-Piloten fragen, ob er nicht diesen kranken Mann zur nächsten Landepiste mitnehmen könnte?» «Aber sicher! Das ist einer der Gründe, warum wir hier sind.» Die Leute waren überglücklich zu sehen, dass der Heli nicht nur für die Fremden zur Verfügung steht.

 


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