· 

Helikopter - einzige Ambulanz im Busch

Nicht selten erreichen uns nach dem Wochenende eine ganze Reihe von Fluganfragen für Medevacs (Medical Evacuation Flights). Ich sortierte und priorisierte die Anfragen nach Dringlichkeit und versuchte ein möglichst effizientes Flugprogram für den nächsten Tag zusammenzustellen.

 

Es handelte sich um insgesamt vier verschiedene Personen aus vier verschiedenen Dörfern und ich plante insgesamt drei Flüge von Wamena aus.

Zuerst flog ich nach Homtonggo und holte dort einen Patienten ab, der vom Baum gefallen war und sich den Fuss gebrochen hatte. Nachdem ich den Patienten im Krankenhaus abgesetzt hatte, flog ich zur Basis zurück, um Treibstoff nachzufüllen. Danach ging es nach Kwelena, einem Dorf im Hochgebirge, 35 Minuten von Wamena entfernt. Ich wollte eine Patientin abholen, die im 5. Monat schwanger war und an Schwangerschaftskomplikationen litt. Leider war das Wetter nicht gut genug, und wir mussten die Mission abbrechen. Auf dem Nachhauseflug landeten wir in Wusarem, ca. 10 Minuten von unserer Basis entfernt. Dort wartete eine Frau auf uns, die schon lange an Durchfall und Erbrechen litt. Kaum war sie im Helikopter, kam ein älterer Mann angerannt, völlig ausser Atem. Er meldete uns noch einen Patienten gleich im Dorf nebenan, in Otlamisan, eine Minute Flugzeit entfernt. Der Mann war in der Tat sehr krank und bereits nicht mehr ansprechbar. Vollgeladen mit Patienten ging es wieder zurück nach Wamena zum Krankenhaus und anschliessend zur Basis.

 

Mittlerweile erreichte uns eine Nachricht betreffs der vierten Patientin. Sie wäre hoffnungslos krank und wolle im Dorf sterben. Solche Entscheidungen müssen wir, wenn auch mit schwerem Herzen, akzeptieren. Tage wie diese fordern einiges an Flexibilität. Es macht aber auch unglaublich viel Freude, wenn man Menschen helfen kann, die auf unsere Hilfe angewiesen sind. Ich bin sehr froh, dass die Helimission bereit ist, diesen Menschen zu helfen.

 

Micha, Pilot

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0