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Heiraten um jeden Preis - Turkana

Die Helimission führte von 1976 bis 2007 eine Basis in Kitale, Kenia. Von dort aus flog sie mit dem Helikopter mehrere Einsätze zu den Turkana im Nordwesten des Landes. Zusammen mit Ärzten und Krankenschwestern wurden viele mobile Buschkliniken in unwegsamem Gebiet durchgeführt.

 

Wollte damals ein Turkanamann heiraten, so musste er seine Fähigkeit dazu beweisen, indem er einen Löwen oder einen Menschen umbrachte. Dazu kostete eine schöne Braut bis zu 30 Kühe. Woher sollte ein junger Turkana diesen Reichtum nehmen? Von den benachbarten Pokot, den Randili oder einem andern Stamm? Als Ernst Tanner das erste Mal bei den Pokot war, hatten Turkanakrieger kurz zuvor vier Pokotmänner getötet und ihre Herden gestohlen.

 

Die Turkana leben im Nordwesten von Kenia. Abgegrenzt wird ihr Siedlungsgebiet vom Turkana-See im Osten, den Völkern der Pokot, Randili und Samburu im Süden, von Uganda im Westen und dem Südsudan und Äthiopien im Norden. Sie machen mit insgesamt rund 1 Million Angehörigen etwas 2,5 Prozent der Gesamtbevölkerung Kenias aus. Sie leben traditionell hauptsächlich als Nomaden und halten Kamele, Rinder, Schafe und Ziegen, machen sich aber immer mehr sesshaft.

 

In den abgelegenen Gebieten wohnen die Turkana in einer Art Rundhütte. Hierzu werden junge Bäume in einem Kreis in den Boden gesteckt und oben so verbunden, dass eine Kuppel entsteht. Dieser Rahmen wird mit Palmwedeln, weiteren Büschen und Tierhäuten verkleidet. Während der Regensaison werden die Hütten dann mit Kuhdung beschmiert. Sie sind Wohnstatt für einen Mann, seine Frauen und seine Kinder. Das Vieh wird in Pferchen gehalten.

 

Wasser ist kostbar und wird nicht zum Waschen verwendet. Stattdessen säubern sich die Turkana, indem sie sich mit Fett oder Butter einreiben.

 

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