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Perlen aus der Pionerzeit - Gorillapfad (3/3)

Ab und zu traf die Gruppe, angeführt von Ernst Tanner, auf dem Gorillapfad durch den dichten Urwald Südkameruns auf Pygmäen-Behausungen. Diese unterschieden sich in jeder Beziehung von den übrigen Hütten. Sie sahen wie kleine Laubhaufen aus, so niedrig, dass man darin nur sitzen oder liegen konnte. Die Leute selbst waren weder zu sehen noch zu hören.

 

Pygmäen sind sehr furchtsame und menschenscheue Leute. In den Dörfern hingegen kamen sie herzu, standen aber gewöhnlich abseits. Nur einmal, am vierten Abend, wurde getanzt und gelärmt - singen konnte man das wohl nicht nennen. Es war eine urtümliche Begrüssung, die nicht ohne Eindruck auf die beiden Fremden blieb. Als Gegenleistung sangen sie den Buschleuten ein Lied mit der Gitarre und sprachen durch den Dolmetscher vom Grund ihres Besuches. Das musste wohl eine wichtige Botschaft sein, die diese Weissen ihnen brachten, dass sie soweit hergekommen waren! Sie hörten willig und freudig zu.

 

Der Gorillapfad wurde immer schmaler, und Ernsts Buschmesser trat in Aktion. Die Ausdauer der Träger wurde auf eine harte Probe gestellt. Jeden Tag erreichten sie ihr Ziel schleppender; die stündlichen Pausen mussten verlängert werden; die Hitze, die Lasten und die Entfernung zehrten an ihren Kräften. Das Geschrei einer Pavianherde erschreckte sie, vor einem Zug Wanderameisen flohen sie mit grossen Sprüngen, frische Elefantenspuren jagten ihnen Angst ein. Ein sonderbares Gebilde am Wegrand erschreckte den Mann mit dem Gewehr, der immer dicht hinter Ernst her schritt, ganz besonders. Er stand still und zeigte auf den dicken Pfahl am Wegrand und dessen oberes Ende ein welkes Grasbüschel zierte: „Ein Buschbewohner, der vor uns diesen Pfad ging, hat hier ein Raubtier angetroffen und diesen Pfahl zur Warnung eingeschlagen!'' Richtig, nur hundert Schritte weiter warnte sie ein zweites Zeichen. „Hier", rief der Mann mit dem Gewehr ganz aufgeregt, „hier ist der Ort, wo die Raubkatze war, und hundert Schritte weiter ist das dritte Warnzeichen für Buschleute, die von der entgegengesetzten Richtung kommen", schloss er seine Ausführungen. Die ganze Marschtruppe beschleunigte das Tempo . . .

 

Kurz vor ihrem Ziel, dem Ort Lomie, machten sie einen letzten Halt. In sieben Tagen hatten sie 140 km Urwald durchquert, ihre Leistungsfähigkeit bis an die Grenzen strapaziert und einiges an Erfahrung gesammelt ...

 

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Willkommenstanz eines kleinwüchsigen Pygmäen
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beim Mörsern und Kochen
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Tänzer
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Häuptling schenkt Ernst ein Huhn und zwei Eier

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