· 

"Foto von innen vom Fuss"

Mein Sohn Ezekiel war auf seinem Fahrrad unterwegs und fiel hin! Sein Knie und sein Fuss wurden ziemlich verletzt. Er war tapfer, aber doch ein bisschen bleich. Mein Mann Matthias freute sich, dass er die Verletzung behandeln durfte und schnitt die halb abgerissene Haut weg und reinigte die Wunden. Der Fuss wurde jedoch blau und geschwollen. Nach ein paar Tagen dachten wir, dass es gut wäre, den Fuss röntgen zu lassen.

 

Ich machte mich mit Ezechiel in einem «becak» (Fahrad-Taxi) auf den Weg zum Krankenhaus in unserer Stadt im Hochland Papuas. Wir hatten keine Ahnung von irgendwelchen medizinischen Ausdrücken in Indonesisch. Ich wusste nicht einmal, wie man röntgen auf Indonesisch sagt und so beschrieb ich es mit einem «Foto von innen vom Fuss» 😂. Nach einer Weile fanden wir heraus, wie das Prozedere im Krankenhaus abläuft: «Registriert euch bei diesem Empfangsfenster, dann geht rüber zu dem Gebäude zum Zahlen, dann setzt euch vor diese Tür und wartet auf einen Doktor! Danach geht zur Radiologie und dann zu diesem Fenster zum Registrieren; dann zu einem anderen Gebäude zum Zahlen, dann zum Röntgen. Das Röntgenbild holt ihr anschliessend in einer anderen Station ab und geht wieder zurück zum Fenster zum Registrieren und wartet wieder auf einen Doktor! Ah!

 

Als wir auf den Doktor warteten, rannten alle Menschen plötzlich nach draussen. Ezechiel und ich wollten auch wissen, was los war und gingen ebenfalls nach draussen. Dort hörten wir, was der Grund der plötzlichen Evakuierung war ….. Helikoptergeräusch! Es war mein Mann Matthias, der mit dem Helikopter einen Patienten brachte. Wir hatten keine Ahnung, dass er kommen würde und er war genauso überrascht, uns dort zu sehen!

 

Obwohl der Gang zum Krankenhaus in einem Drittweltland für manche Menschen überwältigend sein kann, ist es doch eine besondere Erfahrung. Als wir von der Sprache nichts verstanden, war jemand da, der uns alles geduldig erklärte. Und als wir uns verirrten, half uns ein Einheimischer, der uns überall hin folgte, in die richtige Richtung. Ich war auch sehr stolz zu sehen, wie mein Mann Matthias einen Patienten mit dem Helikopter brachte und dass ich die sprachliche Herausforderung meisterte. Am meisten freute es mich, wie die lokalen Leute uns halfen und für uns einen Segen waren! Und Ezekiels Fuss war nicht gebrochen und ist wieder gut verheilt!

 

Vasanthy, Ehefrau von Pilot Matthias

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0