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Erdbeben und Tsunami auf Insel Sulawesi


10.10.2018

Zerstörung in den Bergen

Die Hilfsgüter und Medikamente, die wir bisher bringen konnten, können den immensen Verlust dieser Menschen nie ersetzen. Es ist für die Bewohner von Kulawi jedoch nicht unbedeutend. Bevor wir das Dorf mit dem Helikopter wieder verlassen wollten, kam der Gemeindeleiter auf uns zu und sagte: «Vielen Dank, dass ihr gekommen seid! Ich muss weinen!»

 

Das Dorf Kulawi, versteckt in den Bergen südlich von Palu, bekam keine internationale Aufmerksamkeit seit dem verheerenden Erdbeben vom 28. September. Es wurde vom Tsunami nicht erfasst, Häuser wurden nicht von Schlammlawinen wie in Palu bedeckt - aber die Häuser und Gebäude zerfielen durch das Beben wie Kartenhäuser. Bis der Weg zu ihnen freigelegt ist, bleibt dieses Gebiet von der Umwelt abgeschnitten und ist nur zu Fuss oder aus der Luft erreichbar.

 

Yayasan MAF Indonesien und wir haben befürchtet, dass von der Küste ins Landesinnere weitere Zerstörung stattgefunden haben muss. Mit dem Helikopter flogen wir von Palu Richtung Süden und nahmen die vielen Schlammlawinen wahr, die die Strasse verschütteten. Als wir mit dem Helikopter zusammen mit dem Kathastrophen-Koordinator der MAF und einem Mitarbeiter im Zentrum des Dorfes Kulawi landeten, erklärte uns der Dorfchef, dass ihre Essensvorräte nur noch für eine Woche reichen würden.

 

Ärzte, Essen & Medizin

 

Zwei Tage nach unserem ersten Besuch kamen zwei indonesische Ärzte mit Begleitpersonen zu unserem Hangar - den wir nun mit MAF als Büro und Zuhause teilen – und fragten, ob wir sie ins betroffene Gebiet fliegen und etwas Medikamente bringen könnten. Auch eine lokale Kirche von Palu wollte mit Lebensmitteln helfen. So ermöglichten wir zusammen mit MAF diese Helikopterflüge, an einem Tag brachten wir die Ärzte und am nächsten Tag die Lebensmittel und Medikamente.

 

Diese Geschenke können den immensen Verlust dieser Menschen nie ersetzen. Es ist für die Bewohner von Kulawi jedoch nicht unbedeutend. Bevor wir das Dorf mit dem Helikopter wieder verlassen wollten, kam der Gemeindeleiter auf uns zu und sagte: «Vielen Dank, dass ihr gekommen seid! Ich muss weinen!»

 

Ein Dorf ist total zerstört

 

Weniger als 10 Min. mit dem Motorrad von Kulawi entfernt liegen die Überreste vom Dorf Boladangko. Vor dem 28. September war es das Zuhause von mehr als 500 Personen und bestand aus rund 160 Häusern. Durch die Strässchen wandernd, sieht man nur eine unreale Situation – Trümmer, Haufen von Beton und Holz hier und dort ein Dach ohne Wände am Boden liegen. Jemand zeigt auf einen Haufen mit weissem und grünem Beton und sagte: «Dies war die Schule.»

 

Der Dorfleiter sprach: «Dies war mein Büro.» und zeigte auf einen Platz, wo kein Ziegelstein mehr auf dem andern lag. Dann schaute er für eine Weile auf den Boden und ergänzte: «Und dies war mein Zuhause.»

 

Haus um Haus, Laden, Kirche, Gemeindezentrum, …, alles war zerstört.

 

Yusak Randa, ein Bewohner von Boladangko, erinnert sich an den schrecklichen Moment des Bebens: «Als alles anfing zu beben, rannten wir zur Tür. Wir konnten nicht stehenbleiben. Wir fielen bei diesem starken Schütteln einfach um. Als wir das Haus verlassen haben, sahen wir, dass jedes Haus zusammengefallen war. Wir mussten kriechen. Unsere Körper schmerzten von den Verletzungen durch die auf uns heruntergefallenen Ziegelsteine. Wir rannten alle zum Sportplatz der Schule und wussten nicht was tun. Alle weinten und schrien um Hilfe. Die Kinder waren voller Angst.»

 

Das ganze Dorf hat sich in der Zwischenzeit an ein anderes Ort umgesiedelt; die einen haben ein Zelt am Fluss errichtet, die anderen bauen sich einen Unterschlupf am Rande vom Dorf Kulawi. Sie verwenden die herumliegenden Trümmer, Holzstücke und Teile von einem Dach für eine notdürftige Unterkunft. Sie wissen nicht, wie es weitergeht. Sie können auch nicht in die weitere Zukunft blicken. Im Moment zählt nur, dass sie etwas zu essen und ein Dach über dem Kopf bekommen.

 

(nach einem Rapport von Yayasan MAF Indonesien)

 

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Zerstörung - Helikopterhilfe - Ärzteteam

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6. Oktober 2018

Umliegende Dörfer in grosser Not

Vor zwei Tagen flogen unser Pilot Matthias und das Katastrophenteam von MAF über die Stadt und der Küste entlang nordwärts ins Epizentrum des Erdbebens. Der Küste entlang konnte man gewisse Auswirkungen vom Tsunami erkennen, die Strasse, die auf felsigem Untergrund gebaut ist, ist jedoch immer noch befahrbar.

Bei unserem gestrigen Flug in den Süden der Stadt Palu  Richtung Berge sah es wesentlich schlimmer aus. An vielen Stellen war die Strasse aufgrund von Schlammlawinen ganz verschwunden und der Boden in grossen Gebiete wurde "verflüssigt", sprich matschig und weich. Der Katastrophen-Koordinator von MAF beschrieb es folgendermassen: "Die Hauptstrasse, die von der Stadt Palu in den Süden führt, ist in einem Gebiet völlig verschwunden. Die weiche, matschige Schlammmasse hat mehr als einen halben Kilometer der Strasse zerstört und es gibt keine Möglichkeit, dieses Gebiet zu umgehen. Die Menschen südlich von Palu sind völlig von der Umwelt abgeschnitten und ich weiss, dass sie dringend Hilfe benötigen."

In diesen Tagen wollen wir diesen rund 5000 von der Umwelt völlig abgeschnittenen Menschen per Helikopter Essen (Reis, Salz, Öl), Wasser, medizinische Versorgung, usw. bringen. Einerseits fliegen wir Hilfsgüter ein und andererseits nehmen wir Verletzte mit dem Helikopter mit hinaus. Das Militär versorgt mit ihren grossen Helikoptern grosse Gebiete mit grossen Mengen an Hilfsgütern und wir kümmern uns mit unserem kleineren Helikopter um die kleineren Dörfer. Es scheint eine gute Zusammenarbeit zu sein.

Die Zerstörung und die Not sind jedoch immens!


5. Oktober 2018

Schweizer delegation in Palu

In gewissen Teilen der Stadt Palu funktioniert der Strom wieder - unter anderem auch im Haus unseres deutschen Mitarbeiters. Das bringt Hoffnung. Gestern flog eine Schweizer Delegation mit einer Kodiak von der MAF. Heute sollte ein offizieller Schweizer Regierungsjet mit einer weiteren Delegation in Palu landen. Wir werden sehen, ob wir mit unserem Helikopter die Schweizer Delegation bei der Evaluierung der Lage fliegen können.


Bilder des Ausmasses der Zerstörung


Zusammenarbeit & der Vulkan

02. Oktober 2018

Auf dem folgenden Foto sieht man unseren Helikopter, Bell 206L-4 Long Ranger. Direkt dahinter steht der MAF Kodiak und weiter hinten der YAN Kodiak (von Ethnos360). Dieses Bild repräsentiert die gute Zusammenarbeit und die gemeinsamen Anstrengungen, den Notleidenden nach dem verheerenden Erdbeben zu helfen.

Der Vulkan, der nun ebenfalls ausgebrochen ist und Asche in die Luft speit, ist glücklicherweise so weit entfernt, dass er unseren Flugbetrieb nicht einschränkt.

 

Unser Pilot vor Ort kann nun wieder fliegen. Das indonesische Luftamt hat das Lufttüchtigkeitszeugnis C of A ("Helikopter MFK/TÜV") wieder ausgestellt!

 

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Fakten voM Roten Kreuz

02. Oktober 2018

Luftaufnahmen zeigen das Mass der Zerstörung in Palu City, Sulawesi, Indonesien nach den Erdbeben und darauffolgendem Tsunami vom Freitag, 28.09.2018. Das Rote Kreuz berichtet, dass rund 60% der Gebäude in der Stadt komplett zerstört wurden. Die Zahl der Toten hat 1200 bereits überstiegen und die Zahl ist nach wie vor steigend.

 


01. Oktober 2018

Update von der Situation in Palu (von Julie von Ethnos 360):

Unsere Teammitglieder sind in Sicherheit, viele wurden evakuiert und einige verlassen die Region und werden heute von Militärflugzeugen ausgeflogen.

Unser Flugzeug ist bereit und hilft beim Evakuierungs-Prozess mit. Die Situation hier vor Ort verschlechtert sich zunehmend. Einer unserer Mitarbeiter berichtet uns von weiteren ständigen kleinen Erschütterungen.

Strom gibt es nach wie vor keinen und auch Gas, sauberes Wasser und Nahrungsmittel werden langsam knapp. Das lässt die Menschen verzweifeln, deswegen steigt die Kriminalität. Bereits kam es zu zahlreichen Plünderungen.

Die meisten der Betroffenen schlafen immer noch im Freien. Auch  Kranke und Verletzte liegen auf dem Boden in Feld-Kliniken, da die Spitäler zerstört oder Einsturz-Gefahr besteht.

Noch ist keine genaue Zahl von Toten bekannt, jedoch berichten Medien von über 1300, wobei die Zahl steigend ist.

 

Vielen Dank für alle Unterstützung, die Sie uns zukommen lassen.

 

Weitere Neuigkeiten folgen...

Grafiken: The Guardian


Nach den schweren Erdbeben und dem verheerenden Tsunami auf der indonesischen Insel Sulawesi, kamen nach Angaben der Behörden bereits 830 Menschen ums Leben. Vor Ort geht man allerdings von einer höheren Zahl aus.

 

Mit Hochdruck arbeitet Helimission mit unseren Mitarbeitern vor Ort, einem Team von MAF Disaster Response und Ethnos 360, an der Organisation und Planung für Einsätze. Die Kommunikation im betroffenen Gebiet ist schwierig, da weder Strom noch Internet zu funktionieren scheinen. Trotzdem durften wir erfahren, dass unsere Piloten und deren Familien vor Ort unverletzt und wohlauf sind.

Unser Helikopter, der in Palu stationiert ist, wurde aus Sicherheitsgründen aus dem Hangar geschoben, da der Hangar nach dem Erdbeben mit der Stärke von 7,4 Risse aufwies. Wir erwarten nun die nötige Bewilligung vom Luftamt für den Helikopter, damit wir fliegen dürfen und den Betroffenen Hilfe bringen und Leben retten können.

 


spenden

Möchten Sie mit Ihrer Spende Direkthilfe vor Ort leisten? Dann schicken Sie bitte Ihre Spende mit Vermerk an:

Stiftung Helimission, Trogen, Katastrophen-Postkonto: 25-92416-9

Vermerk: SOFORTHILFE SULAWESI

 

Ganz herzlichen Dank für jede Unterstützung!