Bericht von Seite 7 des Rundbriefes Sept. 2017

leben und Tod liegen nicht in unseren Händen

Indonesien/Papua

 

Der Hilferuf aus Kalkuk erreichte uns am späten Nachmittag. Eine Frau hatte Zwillinge geboren und die Plazenta wollte sich nicht lösen. Die Frau hatte mit den Zwillingen eine lange und schwierige Geburt und war nun am Ende ihrer Kräfte.

Kalkuk liegt im südöstlichen Hochland Papuas, im Yahukimo Gebiet. Am nächsten Morgen begleiteten mich ein Ärztin sowie mein Pilotkollege Matt Meeuwse auf diesen Einsatz. Bei unserer Ankunft wurde uns mitgeteilt, dass die Zwillinge bereits verstorben sind. Die Frau lag schon Tage in ihrer Hütte (Honai), wo auch die Geburt stattfand. Sofort machte sich die Ärztin an die Arbeit. Sie verabreichte der Frau zum Lösen der Plazenta ein Medikament. Schon zehn Minuten später kam die Plazenta heraus und die Frau konnte gerettet werden.

 

Was mich danach sehr beschäftigte war die Tatsache, dass nicht allen geholfen werden konnte. Für die Zwillinge kam leider jede Hilfe zu spät. Ich weiss, dass ihr Schicksal nicht in unseren Händen liegt. Trotzdem beschäftigt mich das sehr. Haben wir jedoch die Gewissheit, dass Menschen Jesus als ihren Retter angenommen haben, fällt es uns leichter, solche Schicksale anzunehmen. Denn Gott sagt “Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.“ (Jes. 43,1). Die Gewissheit über die Errettung macht das Abschied nehmen viel leichter. Wir dürfen dann wissen, dass wir die Menschen, die sterben, im Himmel wiedersehen werden. Der Tod eines Familiengehörigen wird mit Flüchen in Zusammenhang gebracht. Mein Gebet ist, dass Gott in den Leben dieser Menschen ganz durchbrechen und Zorn und Angst durch seinen Frieden ersetzen kann.

 

Micha Berger, Pilot


Wenn Sie sich näher oder auch regelmässig über die Arbeit der Helimission informieren möchten, empfehlen wir Ihnen die Informationsschrift (Rundbrief), die viermal jährlich erscheint. Diese können Sie kostenlos bei uns beziehen. Schreiben Sie, oder telefonieren Sie uns.
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Bericht von Seite 11 des Rundbriefes Juni 2017

Wunderbares Fuehren Gottes

Madagaskar/Masikoro

 

Als wir in Andranofotsy landeten, schüttete es wie aus Kübeln. Merkwürdigerweise schien das Dorf verlassen, obwohl die Hütten in gutem Zustand und die Felder reif zur Ernte waren. Endlich fanden wir eine Frau, die uns erzählte, dass „dahalos“ (Viehdiebe) das Dorf überfallen haben und die Bewohner sich nun in den Bergen versteckt hielten. Da nur diese Frau im Dorf war, entschlossen wir uns, zu einem anderen Dorf zu fliegen. Wir beteten und baten den Heiligen Geist, uns in ein Dorf zu führen, wo Menschen uns willkommen heissen werden.

Weil wir zum Auftanken südlich fliegen mussten, machten wir uns in diese Richtung auf. Es regnete immer noch in Strömen. Schon bald sahen wir ein Dorf und landeten. Der Ort hiess Milenaka und gehört zum Stamm der Bara. Die Menschen sagten uns, dass sie schon sehr lange auf jemanden warteten, der ihnen von Jesus Christus erzählen würde. Die Menschen waren hungrig von Gott zu hören! Dies ist nicht das erste Mal, dass Gott es uns nicht ermöglichte, in ein geplantes Dorf zu gehen, um uns dann an einen Ort zu bringen, wo Er die Menschen vorbereitet hat. Am nächsten Tag wollten uns die Menschen in Milenaka kaum ziehen lassen. Wir mussten versprechen wiederzukommen.

Ein Meldeläufer aus Ambondrolova überbrachte uns die Nachricht von einem ehemaligen Zauberdoktor namens Resola, der Jesus Christus gefunden und in sein Herz eingeladen habe. Und nun möchte er getauft werden. Sein schlechter Gesundheitszustand liess ihn nicht mehr weit wandern. Deshalb bittet er, ob nicht jemand kommen könnte, um ihn zu taufen. So flogen wir nach Ambondrolova und vergewisserten uns mit gezielten Fragen, ob Resola auch verstand, was die Taufe bedeutet. Danach wurde Resola von einem lokalen Pastor, der mit uns war, getauft. Was für eine Freude! Es ist ein Vorrecht mitzuerleben, wie Gott wirkt, um vergessenen Menschen neue Hoffnung und eine Zukunft zu geben!

Jean-Christophe Gallarato, Pilot


Bericht von Seite 4 des Rundbriefes Juni 2017

Eine Investition in Nachhaltigkeit

Indonesien/Papua

 

Helimission investiert in eine nachhaltige Zukunft. Ein gutes Beispiel dafür ist die Ausbildung von lokalen Helikoptermechanikern wie Rendy und Samuel. In absehbarer Zeit wird auch ins Auge gefasst, lokale Piloten auszubilden, was eine neue Ära für die Helimission bedeuten würde.

Im vergangenen Januar reisten Tim Shunk und ich für einige Tage nach Jakarta, um Rendy, unseren Helikoptermechaniker in Ausbildung, zu besuchen. Wir hatten eine Besprechung mit der Schulleitung, die uns spezifische Einblicke in die Ausbildung gab. Die Besichtigung der Ausbildung-sabteilung sowie das Ausbildungskonzept ist begeisternd. Rendy wird mit seiner Ausbildung Ende 2017 fertig sein und wieder zu unserem Team zurückkehren. In unserem Hangar wird er von erfahrenen Mechanikern an unseren Helikoptern weiter ausgebildet. Ziel ist, dass Rendy wie auch Samuel, der diese Schule schon durchlaufen hat, in absehbarer Zeit selbständig Wartung durchführen können.

Mit Samuel haben wir jemanden auf unserer Basis, der bereits seit zwei Jahren als lizenzierter Helikoptermechaniker arbeitet. Die Ausbildung lokaler Mitarbeiter hat viele Vorteile: Sie benötigen z.B. keine Visa oder Arbeitsbewilligungen, haben keine Absenzen durch lange Heimaturlaube, sprechen fliessend die lokale Sprache, usw. Des Weiteren erhalten solche Mitarbeiter die Möglichkeit einer nachhaltigen Ausbildung, die ihnen eine existenzielle Grundlage bietet. Es ist also eine klassische „win-win“ Situation.

Das langfristige Engagement stellt die gegenseitige Loyalität unter Beweis. Zudem bin ich überzeugt, dass diese Art von gegenseitigem Respekt und Vertrauen zum Zeugnis für alle werden kann, innerhalb sowie ausserhalb von Helimission. Was mich jedoch mit Abstand am meisten freut, ist zu sehen, wie lokale Mitarbeiter beginnen, sich in ihrer Arbeit gegenseitig zu unterstützen. Betet doch für Samuel und Rendy, dass sie noch viele Jahre ein Teil unseres Teams hier in Wamena sein werden! Wir danken Gott auch für alle anderen treuen Mitarbeiter, die wir hier auf unserer Basis beschäftigen.

Micha und Barbara Berger, Pilot mit Familie


Bericht von Seite 13 des Rundbriefes Juni 2017

Wassertabletten und Funk

Madagaskar

 

Was haben Wassertabletten und eine Radiostation miteinander zu tun? Dies sind beides sehr wichtige Dinge im Leben weit ab der Zivilisation! Das Dorf Onara ist so abgelegen, dass es von der nächsten Stadt nur mit einer 4-5tägigen Bootsfahrt zu erreichen ist und dies nur bei schwachem Wind. Zudem ist es eine äusserst gefährliche Bootsfahrt.

Zwei Ärzte, Dr. Randrianaina und Dr. Deramalala, führten auf der dortigen Krankenstation Schulungen und Beratungen von Patienten durch. Zudem instruierten sie die ansässige Krankenschwester über den Gebrauch der neu entwickelten Wasser-Reinigungs-Tabletten. Sie soll die „Tablettenbank“ verwalten. Eine verantwortungsvolle Aufgabe. Eine Schachtel mit 10 Tabletten, von denen jede 20 Liter Wasser reinigt, kostet rund 0.30 Fr., was für alle erschwinglich ist.

Die Radiostation der Klinik funktionierte nicht mehr. Ein Blick auf die Verkabelung und deren Zustand zeigte, dass da verschiedene Leute herumgebastelt haben mussten und keiner Erfolg hatte. Die Madagassen sind einerseits sehr erfinderisch und kreativ und finden oft Wege, um etwas zu reparieren, das bei uns im Abfall landen würde. Andererseits fehlen den meisten Grundwissen und Fähigkeiten im Bereich von Elektrik und Elektronik.

 

SALFA ist eine Organisation, die einheimische Personen medizinisch ausbildet und Krankenstationen in abgelegenen Orten aufbaut. Oft platzieren sie dort christliche Familien als Lehrer und Krankenschwestern, die sich um die Kinder und Mütter kümmern, denen Schulbildung fehlt. In der nordwestlichen Region, wo die Menschen einen islamischen Hintergrund haben, ist die Schulung sehr willkommen. Wir beten für die Dorfbewohner, dass sie verstehen können, dass Jesus uns das lebendige Wasser anbietet - nicht nur Wasser-Reinigungs-Tabletten - und dies für die Ewigkeit.

Christophe Niederhäuser, Pilot mit Familie


Bericht von Seite 7 des Rundbriefes März 2017

Busch-Klinik

Indonesien/Papua

 

In den gebirgigen Gebieten Papuas ist es vielen Bewohnern nur schwer oder gar nicht möglich, an medizinische Grundversorgung zu kommen. Deshalb bringen wir die medizinische Hilfe in Form von „Busch-Kliniken“ zu ihnen.

Für solche Busch-Kliniken flog ich etliche Sanitäter der Regierung in verschiedene Dörfer, damit sie dort Impfungen durchführen konnten. Zu jener Zeit herrschte eine Dürre. Der Rauch von vielen Buschfeuern zum Roden des Waldes zwang mich immer mehr Umwege zu fliegen. Als ich dann das letzte Dorf Wilinmo anflog, musste ich feststellen, dass der Rauch und die tiefhängenden Wolken einen Rückflug verunmöglichten. Ich war gezwungen, mit dem medizinischen Team im Dorf zu übernachten. Nachdem das Team ihre „Sprechstunde“ beendet hatte, wurden uns die Nachtlager zugewiesen.

Ich durfte im „Männerhaus“, einer runden Lehmhütte mit Strohdach, die man „honai“ nennt, übernachten. Bevor wir uns schlafen legten, wurde uns ein feines Nachtessen serviert: Reis, Eier mit Birnmuss über dem Feuer gekocht. Die Männer sassen danach rund um das Feuer, das in der Mitte der Hütte flackerte. Bis spät in die Nacht wurde geplaudert. Zum Schluss erzählte der Pastor eine biblische Geschichte. Dies war für mich das erste Mal, dass ich in einem „honai“ übernachtete. Ich war nicht gewöhnt, meine angenehme Bettmatratze mit dem harten Hüttenboden zu tauschen!

 

Am nächsten Morgen konnte ich dank unserem Satellitentelefon einen aktuellen Bericht bei meiner Frau über die Wetterlage auf unserer Basis einholen. Der Rauch und die Wolken hatten sich verzogen, sodass ich nach kurzem Flug wieder sicher auf unserer Basis landete.

 

 

Ben Hopkinson, Pilot


Bericht von Seite 12 des Rundbriefes März 2017

Am "falschen" tage geboren = todesurteil

Madagaskar

 

An einem „falschen“ Tag geboren zu werden, bringt einen Fluch über Eltern, Familie und Verwandte – glauben Menschen verschiedener Volksgruppen in Madagaskar. So ist es dort Brauch, dass entsprechende Neugeborene im Wald oder in der Wüste zum Sterben ausgesetzt werden.

Missionare haben sich diesem grossen Elend angenommen. Sie bauten Baby- und Kinderzentren auf, wo sie sich um diese „verfluchten“ Kinder kümmern. Laila, eine Missionarin mit der Norwegisch Lutherischen Mission, baute ein solches Zentrum in Vorehe, im Südwesten der Insel, auf. Sie adoptierte einige dieser elternlosen Kinder und ermöglichte ihnen eine gute Ausbildung.

Die Menschen glaubten, dass Laila von den Geistern geplagt und bestraft werden würde. Aber als auch nach Jahren nichts dergleichen geschah, verstanden sie, dass die Liebe Gottes stärker ist als alle bösen Geister. Bald schon entstanden eine Gemeinde in Vorehe und weitere Kirchen in der ganzen Region. Dank der Helimission wuchs die Arbeit in diesem schwer zugänglichen Gebiet in den vergangenen zwei Jahrzehnten.

 

Viele Menschen der westlichen Kultur glauben, dass diese „Naturvölker“ ein glückliches Leben wie im Paradies leben, und dass die Missionsarbeit diese „wertvollen Kulturen“ zerstöre. Was kann daran falsch sein zu verhindern, dass Babys einem bestialischen Tod durch wilde Tiere und Ameisen ausgesetzt werden? Wie können Menschen so etwas verurteilen. (Mehr zu diesem Thema in „Mission unter Beschuss“, erhältlich bei Helimission) Viele Missionsstationen befinden sich weit entfernt von jeglicher Zivilisation und medizinischer Versorgung, sodass das Wissen um eine Lufttransportmöglichkeit im Notfall enorm entspannend wirkt. Ganz herzlichen Dank jedem Spender, der dies ermöglicht!

Christophe Niederhäuser, Pilot


Bericht von Seite 4 des Rundbriefes März 2017

Vom "bUSCHTELEFON" ZUM gLAS-iNTERNET

Indonesien/Papua

 

Gegenwärtig helfen wir mit Transportflügen, um eine Relaisstation (Repeater) auf dem höchsten Berg zwischen Wamena und der Küstenstadt Sentani zu installieren. Das Ziel dieser Station ist, die neue Glasfaser-Verbindung fürs Internet von Sentani nach Wamena auszudehnen. Dieser Hochgeschwindigkeits-Internetzugang würde eine grosse Verbesserung in der Kommunikation für unsere Arbeit in Wamena bringen!

Dieser Berg mit dem Namen Aloma Kono liegt auf 3750 m.ü.M. und ist meistens von Wolken bedeckt, ausser in den frühen Morgenstunden. Eine Herausforderung zum Überwinden war, einen geeigneten Platz für den Aufbau der Relaisstation mit den Solarpaneelen, dem Blitzschutz und den grossen Satelittenschüsseln zu finden. Zudem musste ein Platz für den Heli zum Landen gefunden werden. Und dies alles auf einer Höhe, wo unser Helikopter an seine Leistungsgrenze kommt.

 

Der Flug von Wamena bis zur Bergspitze dauert nur gerade 13 Minuten. Um diesen Berg zu besteigen, würde es einige Tage Fussmarsch benötigen, da kein Dorf am Fusse des Berges liegt und kein Weg auf den Berg hochführt. Es würde eine erfahrene Gruppe von Bergsteigern benötigen. Dank Gottes Hilfe konnte eine Hürde um die andere genommen werden, um einen ebenen Helilandeplatz zu bauen.

 

David Haag und sein Team, bestehend aus ein paar jungen Papuamännern,  kümmerte sich um den Bau dieser Station. Es gibt immer noch ein paar Herausforderungen, bis die neue Internetverbindung im Hochtal von Wamena funktioniert. Das grösste Problem wird der Bau der Übermittlungsstation auf dem Berg Cyclops bei Sentani sein. Vielen Dank für alle Gebete und treue Unterstützung für dieses Entwicklungsprojekt!

 

Tom Hans, Pilot