Bericht von Seite 7 des Rundbriefes März 2017

Busch-Klinik

Indonesien/Papua

 

In den gebirgigen Gebieten Papuas ist es vielen Bewohnern nur schwer oder gar nicht möglich, an medizinische Grundversorgung zu kommen. Deshalb bringen wir die medizinische Hilfe in Form von „Busch-Kliniken“ zu ihnen.

Für solche Busch-Kliniken flog ich etliche Sanitäter der Regierung in verschiedene Dörfer, damit sie dort Impfungen durchführen konnten. Zu jener Zeit herrschte eine Dürre. Der Rauch von vielen Buschfeuern zum Roden des Waldes zwang mich immer mehr Umwege zu fliegen. Als ich dann das letzte Dorf Wilinmo anflog, musste ich feststellen, dass der Rauch und die tiefhängenden Wolken einen Rückflug verunmöglichten. Ich war gezwungen, mit dem medizinischen Team im Dorf zu übernachten. Nachdem das Team ihre „Sprechstunde“ beendet hatte, wurden uns die Nachtlager zugewiesen.

Ich durfte im „Männerhaus“, einer runden Lehmhütte mit Strohdach, die man „honai“ nennt, übernachten. Bevor wir uns schlafen legten, wurde uns ein feines Nachtessen serviert: Reis, Eier mit Birnmuss über dem Feuer gekocht. Die Männer sassen danach rund um das Feuer, das in der Mitte der Hütte flackerte. Bis spät in die Nacht wurde geplaudert. Zum Schluss erzählte der Pastor eine biblische Geschichte. Dies war für mich das erste Mal, dass ich in einem „honai“ übernachtete. Ich war nicht gewöhnt, meine angenehme Bettmatratze mit dem harten Hüttenboden zu tauschen!

 

Am nächsten Morgen konnte ich dank unserem Satellitentelefon einen aktuellen Bericht bei meiner Frau über die Wetterlage auf unserer Basis einholen. Der Rauch und die Wolken hatten sich verzogen, sodass ich nach kurzem Flug wieder sicher auf unserer Basis landete.

 

 

Ben Hopkinson, Pilot


Wenn Sie sich näher oder auch regelmässig über die Arbeit der Helimission informieren möchten, empfehlen wir Ihnen die Informationsschrift (Rundbrief), die viermal jährlich erscheint. Diese können Sie kostenlos bei uns beziehen. Schreiben Sie, oder telefonieren Sie uns.
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Bericht von Seite 12 des Rundbriefes März 2017

Am "falschen" tage geboren = todesurteil

Madagaskar

 

An einem „falschen“ Tag geboren zu werden, bringt einen Fluch über Eltern, Familie und Verwandte – glauben Menschen verschiedener Volksgruppen in Madagaskar. So ist es dort Brauch, dass entsprechende Neugeborene im Wald oder in der Wüste zum Sterben ausgesetzt werden.

Missionare haben sich diesem grossen Elend angenommen. Sie bauten Baby- und Kinderzentren auf, wo sie sich um diese „verfluchten“ Kinder kümmern. Laila, eine Missionarin mit der Norwegisch Lutherischen Mission, baute ein solches Zentrum in Vorehe, im Südwesten der Insel, auf. Sie adoptierte einige dieser elternlosen Kinder und ermöglichte ihnen eine gute Ausbildung.

Die Menschen glaubten, dass Laila von den Geistern geplagt und bestraft werden würde. Aber als auch nach Jahren nichts dergleichen geschah, verstanden sie, dass die Liebe Gottes stärker ist als alle bösen Geister. Bald schon entstanden eine Gemeinde in Vorehe und weitere Kirchen in der ganzen Region. Dank der Helimission wuchs die Arbeit in diesem schwer zugänglichen Gebiet in den vergangenen zwei Jahrzehnten.

 

Viele Menschen der westlichen Kultur glauben, dass diese „Naturvölker“ ein glückliches Leben wie im Paradies leben, und dass die Missionsarbeit diese „wertvollen Kulturen“ zerstöre. Was kann daran falsch sein zu verhindern, dass Babys einem bestialischen Tod durch wilde Tiere und Ameisen ausgesetzt werden? Wie können Menschen so etwas verurteilen. (Mehr zu diesem Thema in „Mission unter Beschuss“, erhältlich bei Helimission) Viele Missionsstationen befinden sich weit entfernt von jeglicher Zivilisation und medizinischer Versorgung, sodass das Wissen um eine Lufttransportmöglichkeit im Notfall enorm entspannend wirkt. Ganz herzlichen Dank jedem Spender, der dies ermöglicht!

Christophe Niederhäuser, Pilot


Bericht von Seite 4 des Rundbriefes März 2017

Vom "bUSCHTELEFON" ZUM gLAS-iNTERNET

Indonesien/Papua

 

Gegenwärtig helfen wir mit Transportflügen, um eine Relaisstation (Repeater) auf dem höchsten Berg zwischen Wamena und der Küstenstadt Sentani zu installieren. Das Ziel dieser Station ist, die neue Glasfaser-Verbindung fürs Internet von Sentani nach Wamena auszudehnen. Dieser Hochgeschwindigkeits-Internetzugang würde eine grosse Verbesserung in der Kommunikation für unsere Arbeit in Wamena bringen!

Dieser Berg mit dem Namen Aloma Kono liegt auf 3750 m.ü.M. und ist meistens von Wolken bedeckt, ausser in den frühen Morgenstunden. Eine Herausforderung zum Überwinden war, einen geeigneten Platz für den Aufbau der Relaisstation mit den Solarpaneelen, dem Blitzschutz und den grossen Satelittenschüsseln zu finden. Zudem musste ein Platz für den Heli zum Landen gefunden werden. Und dies alles auf einer Höhe, wo unser Helikopter an seine Leistungsgrenze kommt.

 

Der Flug von Wamena bis zur Bergspitze dauert nur gerade 13 Minuten. Um diesen Berg zu besteigen, würde es einige Tage Fussmarsch benötigen, da kein Dorf am Fusse des Berges liegt und kein Weg auf den Berg hochführt. Es würde eine erfahrene Gruppe von Bergsteigern benötigen. Dank Gottes Hilfe konnte eine Hürde um die andere genommen werden, um einen ebenen Helilandeplatz zu bauen.

 

David Haag und sein Team, bestehend aus ein paar jungen Papuamännern,  kümmerte sich um den Bau dieser Station. Es gibt immer noch ein paar Herausforderungen, bis die neue Internetverbindung im Hochtal von Wamena funktioniert. Das grösste Problem wird der Bau der Übermittlungsstation auf dem Berg Cyclops bei Sentani sein. Vielen Dank für alle Gebete und treue Unterstützung für dieses Entwicklungsprojekt!

 

Tom Hans, Pilot


Bericht von Seite 10 des Rundbriefes Dez. 2016

Ultraschalluntersuchung im helikopter

Indonesien/Papua

 

Was für uns im Westen eine Selbstverständlichkeit ist, davon haben die meisten Frauen in Papua keine Ahnung… bis vor kurzem. Die Helimission in Wamena besitzt seit neustem ein Ultraschallgerät, um schwangere Frauen im Busch zu betreuen.

Frauen im Busch Papuas sind bei Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen normalerweise ihrem Schicksal überlassen. Helimission arbeitet eng mit der niederländischen Gynäkologin, Dr. Wijanda, zusammen, um Frauen im Busch bei Geburtsproblemen zu helfen. Solange die Plazenta nicht rauskommt, stillen die Buschfrauen das Neugeborene nicht. Sie wissen nicht, dass Stillen helfen würde.

Als wir noch kein Ultraschallgerät besassen, konnten wir nicht sehen, was in der Gebärmutter vor sich ging. Mit Hilfe von drei Spendern konnten wir ein solches mobiles Gerät anschaffen, das auch im Heli gebraucht werden kann. Dr. Wijanda und ich haben das Gerät bereits im Busch wie auch bei den schwangeren Frauen unserer Mitarbeiter angewendet. Wir können das Wachstum des Babys in der Gebärmutter kontrollieren, wie auch eine Prognose des Allgemeinzustandes des Babys abgeben. Ebenso kann eine Geburt überwacht werden. Dies hat bereits einigen Frauen geholfen und wird hoffentlich noch vielen weiteren im Busch helfen, denn dort herrscht eine hohe Sterblichkeit durch Geburtskomplikationen.

Kürzlich flogen wir nach Mbambisik, wo eine Frau eine normale Geburt erlebte, aber sehr stark blutete. Dr. Wijanda behandelte sie vor Ort, weit weg von jeglicher Zivilisation. Hätten wir die Patientin ins Krankenhaus fliegen müssen, wäre auch ein zweiter Flug wieder zuruck in ihr Buschdorf nötig gewesen. Wir danken dem Herrn für diese Möglichkeiten!

 

Michael Stephens, Pilot mit medizinischer Zusatzausbildung.

Dr. Wijanda
Dr. Wijanda
Heli vor Ort
Heli vor Ort
Michael und Fawn Stephens mit ihren Kindern
Michael und Fawn Stephens mit ihren Kindern


Bericht von Seite 7 des Rundbriefes Sep. 2016

Nach 12 Jahren Vorbereitung zum ersten Einsatz

 

Indonesien/Papua/Yali

 

Endlich, nach Jahren der Ausbildung zum Helikopter-Mechaniker und -Piloten, sitze ich im Cockpit einer Maschine der Helimission und fliege meinen ersten Einsatz. Tom Hans, unser Chefpilot, fliegt mit mir ins obere Seng-Tal, um den Stand eines Landebahnbauprojektes zu beurteilen. Die Menschen von Soholune empfingen uns mit Singen und Tanzen. Unser Besuch löst grosse Begeisterung aus.

 

Diese Menschen bauen nun schon acht Jahre an dieser Landebahn. Unglücklicherweise muss immer noch viel weiter gearbeitet werden, bevor darauf ein Kleinflugzeug landen kann. Aber diese Tatsache scheint die Leute nicht im Geringsten zu beunruhigen. Zeit haben sie genug. Sie sagen einfach: Wir arbeiten weiter!

 

Als ich mich mit einigen Männern unterhalte, geben sie mir zu verstehen, wie sehr sie sich über die Ankunft des Evangeliums in ihrem Tal freuen. Dies vor allem im Licht der Tatsache, dass die ersten beiden Missionare 1968 in ihrem Dorf umgebracht worden waren. Diese beiden Pioniere hiessen Stan Dale und Phil Masters. Ihre überaus lesenswerte Geschichte wurde im Buch „Herren der Erde“, von Don Richardson, aufgeschrieben (ISBN 3-88002-493-6).

Es ist mir eine Freude, diesen Menschen im Herzen Papuas mit dem Helikopter zu dienen. Für viele sind wir ihr einziger Kontakt zur Aussenwelt. Ohne Heli müssten sie tagelang durch Urwald marschieren, um in die Zivilisation zu kommen. Es begeistert mich, in solch abgelegenen Gebieten Menschen zu finden, die Gott wie ich kennen, ehren, anbeten und loben.

Dies ist das Resultat harter Arbeit von Pioniermissionaren, welche ihren Einsatz nur dank der Helimission tun können.

 

Familie Matt und Vasanthy Weber


Sauberes Trinkwasser

 

Äthiopien/Tarra/Oshka

 

Seit etwa fünf Jahren fliegt die Helimission monatlich mit einem Team von einem Evangelisten und einem Arzt oder einer Krankenschwester nach Oshka, im Stamm der Tarra. Während der Evangelist Ben Skaggs unterrichtet, werden Kranke im Nebenraum verarztet. Laut Aussagen vom Arzt könnten 50% aller Krankheiten (z.B. Würmer) vermieden werden, wenn alle sauberes Wasser trinken könnten. So entstand die Idee, eine Quelle im Dorf einzufassen.

Markus, unser Pilot, flog den Projektleiter Taylor Simpson und mich mit dem vorbereiteten Material für die Quellfassungen nach Oshka. Taylor ist Werkmissionar im Soddo Christian Hospital. Durch die starken Regenfälle in der Nacht zuvor war es nicht einfach, eine geeignete Quelle zu finden. Während drei Tagen konnten wir mit einem Team von sechs Männern zwei Quellen einfassen. Das Quellwasser kann jetzt nur noch durch eine Wasserleitung herausfliessen und nicht mehr durch Tiere und Menschen verunreinigt werden.

Taylor unterrichtete die motivierten Einheimischen Schritt für Schritt, mit dem Ziel, dass sie die nächste Quelle im Nachbardorf selber einfassen können. Auch durfte der Bezug zur Bibel nicht fehlen. Anhand von Skizzen erklärten wir ihnen den Kreislauf vom Wasser, dessen Verdunstung und gleichzeitigen Reinigung. Genau so hat auch Jesus uns durch seinen Tod am Kreuz von der Sünde gereinigt, damit wir rein sein dürfen.

 

Ob dieses Quellfassungs-Projekt wirklich erfolgreich war, wird sich in der nächsten Trockenzeit zeigen, wenn dann immer noch Wasser aus den Quellrohren fliesst.

 

Thomas Droz, Mechaniker