Bericht von Seite 10 des Rundbriefes Dezember 2011

Namon überlebt einen 300-Meter-Sturz

Der schwerverletzte Namon Der schwerverletzte Namon

Indonesien/Papua

 

Der Notruf kam an einem Samstag. Ein Junge sei über einen Felsen gestürzt und verletzt worden. Sofort starteten wir den Heli und nahmen Kurs auf das kleine Dorf Debula. Nach 35 Minuten Flug landeten wir mitten im Dorf.

 

Das Ausmass der Verletzungen an Namon’s Kopf waren gravierender als was vom Funkspruch zu erwarten war. Sein Schädel hatte eine tiefe Wunde und schien wie auch sein rechter Oberschenkel gebrochen zu sein. Er kämpfte mit dem Bewusstsein. Er sei ca. 300 Meter gestürzt. Während wir ihn zum Heli trugen bat ich den Herrn, dass er in diese tragische Situation eingreifen möge.

Bereit für den Transport ins Spital Bereit für den Transport ins Spital

Wir flogen ihn ins Spital in Wamena, obwohl menschlich gesehen nicht viel Hoffnung bestand. Meine Frau besuchte ihn jeden Tag im Spital. Am ersten Tag war er immer noch bewusstlos; am zweiten in einem Delirium, und am dritten Tag… keine Hoffnung. Er wird bleibende Schäden davontragen, wenn er gar überleben sollte. Wir beteten und hofften, dass Gott eingreifen und ein Wunder tun würde.

Nach einer Woche Nach einer Woche

Was für eine Freude war es, als Jolanda ein paar Tage später mit der Nachricht nach Hause kam, dass Namon reagiere! Es dauerte noch weitere 3 Monate, bis er sich erholte. Der Oberschenkelbruch wurde lange nicht behandelt, aus Mangel an Fachpersonal. So musste er wieder gebrochen werden, um ihn korrekt zusammenwachsen zu lassen.

 

Neulich musste ich Flüge in ein Nachbardorf machen. Und wen sehe ich da plötzlich? Namon. Mit einem breiten Grinsen kam er auf mich zu und zeigte mir die grosse Narbe an seinem Bein.

 

Ich bete, dass das Leben dieses Jungen ein mächtiges Zeugnis von Gottes Kraft zu heilen und zu retten sein wird!

 

Erwin Schärz, Pilot

Wenn Sie sich näher oder auch regelmässig über die Arbeit der Helimission informieren möchten, empfehlen wir Ihnen die Informationsschrift (Rundbrief), die viermal jährlich erscheint. Diese können Sie kostenlos bei uns beziehen. Schreiben Sie, oder telefonieren Sie uns.
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Bericht von Seite 7 des Rundbriefes Dezember 2011

Was die "Jesus-Mutter" mit Helikoptern zu tun hat

Indonesien/Papua

 

Der Unterhalt von Helikoptern ist teuer, weil alle beweglichen Teile eine „Lauf- oder Lebenszeit“ haben. Deshalb wird jede Minute Flugzeit erfasst. Zum Beispiel beträgt die Laufzeit der Hauptrotorblätter am Bell 206 L-4 Long Ranger 3600 Std. Danach müssen sie ausgetauscht und zerstört werden, damit sie nicht versehentlich, oder via Schwarzmarkt, wieder eingesetzt werden können.

Straps im Rotorkopf Straps im Rotorkopf

 

Am Rotorkopf der 2-Blatt Bell Helikopter befinden sich die sogenannten „T-T-Straps“.

Diese Verbindungselemente von Rotorkopf zum Blatt haben eine kalendarische Laufzeit. Das heisst, nach 24 Monaten müssen sie ausgewechselt werden, egal wie viel die Maschine geflogen ist.

Position der "Jesus-Nut" Position der "Jesus-Nut"

Kaum war ich in Wamena angekommen, waren an einer der beiden Long-Ranger die Straps fällig. Als Erstes wird hierzu der Rotor vom Helikopter herunter genommen. Anschliessend werden die Rotorblätter vom Rotorkopf getrennt. Zum nächsten Arbeitsschritt gehört das Zerlegen, Reinigen und Inspizieren des Rotorkopfes. Ist dieser Arbeitsgang abgeschlossen werden die Straps ausgewechselt.

"Jesus-Nut" mit der Verzahnung zur Sicherung "Jesus-Nut" mit der Verzahnung zur Sicherung

Danach richtet der Helikoptermechaniker den Rotorkopf und die Rotorblätter aus. Anschliessend wird der gesamte Rotor statisch ausbalanciert. War die statische Ausbalancierung erfolgreich, wird der Rotor wieder am Helikopter angebracht. Die Mutter (Schraube), welche den ganzen Rotor am Rotormast (Heli) festhält, wird interessanterweise „Jesus-Nut“ („Jesus-Mutter) genannt… Es ist eine einzige Mutter, Durchmesser ca. 60 mm.

Daniel u. Melanie Sigrist Daniel u. Melanie Sigrist

Diese gesamten Arbeitsschritte müssen nochmals von einem Mechaniker nachkontrolliert werden; das ist Vorschrift. Danach kommt der Pilot ins Spiel. Der Pilot startet den Helikopter, so dass der Mechaniker kontrollieren kann, ob die Rotorblätter in einer Linie verlaufen. Ist dem so, misst der Mechaniker erst im Schwebeflug und später im Reiseflug Vibration und den Lauf der Rotorblätter.

 

Daniel Sigrist, Mechaniker.

Bericht von Seite 7 des Rundbriefes September 2011

Friedensstifter

Familie Pearson Familie Pearson

Madagaskar

 

Das Dorf Tsiandro lag im „Roten Bereich“, ein Gebiet, in welchem gewalttätige Viehdiebe (dahalo’s) ihr Unwesen treiben. Wir landeten in Tsiandro, weil wir dachten, dass es hier keine Kirche gibt. Zu unserer (positiven) Überraschung gab es doch schon drei Kirchen. So wollten wir schon weiter, um ein Dorf zu finden, indem es noch keine Kirche gibt. Aber die offensichtlich angespannte Situation zwischen den Glaubensgemeinschaften liess uns bleiben.

 

Der amerikanische Pastor Steve hat eine erstaunliche Gabe zu predigen. Er involviert die Zuhörer, indem er Fragen stellt und die Zuhörer einlädt, auch Fragen zu stellen. Im Beantworten dieser Fragen wird die Frohe Botschaft in verständlicher Art und Weise zum Hörer getragen.

 

Wir übernachteten auf einer Militärbasis. Gläubige Soldaten kämpften mit Schuldgefühlen, weil sie im Dienst auch schon mal einen „dahalo“ getötet haben. Einige zweifelten dadurch an ihrer Rettung. Steve nahm sich Zeit, mit ihnen zu reden und sie zu ermutigen. Er entliess sie mit Frieden im Herzen und der Gewissheit, errettet zu sein.

 

Nachdem wir aus dem Busch zurückkehrten, predigte Steve an einer Taufe. Ein Täufling hatte noch ein Amulett um den Hals. Steve erklärte ihm, dass man nicht zwei Herren dienen kann. Später kam der Mann ohne Amulett zurück, entschiede, den Weg ganz mit Jesus zu gehen. Steve’s klare Botschaft half auch einigen unserer Mitarbeiter, eine klare Entscheidung für Jesus Christus zu treffen.

 

Herzlich grüsst Craig Pearson, Mitarbeiter im HM Büro.

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